Die meisten historischen Zeugnisse über
Bevölkerungsvorgänge sind nicht sehr genau,
und je länger sie zurück liegen, um so ungenauer
werden sie. Archäologen vermuten, dass zu Beginn
des Zeitalters, in dem der Mensch lernte Ackerbau zu
treiben, die Bevölkerung nicht mehr als 10 Millionen
betragen habe.
Für den Beginn des christlichen Zeitalters liegen
die Schätzungen bei 250 Millionen, im Jahr 1650
schon bei 500 Millionen. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert
fanden zunehmend Volkszählungen statt. In Deutschland
erfolgten in Preußen regelmäßige Volkszählungen
bereits in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
1790 wurde in den Vereinigten Staaten die erste Volkszählung
durchgeführt. Vorher stattgefundene Volkszählungen
waren nur versuchsweise und lediglich punktuell.
Durch den Deutschen Zollverein fanden 1831 erste gleichzeitige
und regelmäßige Bevölkerungsermittlungen
für ein größeres, zusammenhängendes
Gebiet statt, wobei allerdings fiskalische Gründe
im Vordergrund standen. Mit der Reichsgründung
im Jahr 1871 wurde in Deutschland die erste Volkszählung
im modernen Sinne durchgeführt. Zunächst wurde
sie alle fünf Jahre und nach dem ersten Weltkrieg
alle zehn Jahre wiederholt.
Heute bemühen sich die Vereinten Nationen um eine
internationale Vereinheitlichung der Durchführungsmodalitäten
und der Termine, zu denen Volkszählungen stattfinden.
In den meisten Ländern der Erde fanden so 1950,
1960 und 1970 Bevölkerungsermittlungen statt, so
dass etwa 80% der Weltbevölkerung erfasst werden
konnte.
Abb. 5: Amerikas erster Zensus
Quelle: Haggett 1991: 209 |